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Trinkwasser aus Holdorf

SPD-Politiker besuchten OOWV-Wasserwerk in Holdorf

SPD-Politiker besuchten OOWV-Wasserwerk in Holdorf

Im Rahmen einer Besichtigung des OOWV-Wasserwerks in Holdorf informierten der für den Landkreis Vechta zuständige Regionalleiter Kay Schönfeld sowie der Leiter der Abteilung Hydrochemie, Landwirtschaft und Boden Markus Penning aus der Hauptverwaltung in Brake die SPD-Kommunalpolitiker aus dem Kreistag sowie aus benachbarten Gemeinde- und Stadträten über die Trinkwasserversorgung durch den Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband.

Insgesamt fördert das Wasserwerk Holdorf nach geltendem Wasserrecht bis zum Jahr 2020 jährlich 4,67 Millionen m³ Trinkwasser (ab 2021 jährlich 4,5 Millionen m³) und versorgt damit einen Teil der Haushalte und Unternehmen im Landkreis Vechta. Der restliche Bedarf im Landkreis wird zum einen durch die eigenständigen Wasserwerke in Vörden und Vechta bzw. zum anderen durch OOWV-Wasserwerke im nördlichen Verbandsgebiet gedeckt. Der Landkreis Vechta kann sich nicht selbst vollständig mit Trinkwasser versorgen. Ein kräftiges Bevölkerungswachstum und eine boomende Wirtschaft im südlichen Verbandsgebiet mit den Landkreisen Vechta und Cloppenburg lassen den Bedarf an Trinkwasser insgesamt steigen, so die OOVW-Vertreter. Laut Schönfeld wird in Holdorf Trinkwasser durch 14 Vertikalbrunnen mit Filtertiefen von 20 – 65 m und 70-120 m gefördert. Die Anlegung der Tiefbrunnen wurde auch durch die zunehmende Nitratbelastung notwendig. Durch das Mischen des Wassers aus den verschiedenen Fördertiefen liegt der Nitratgehalt aber deutlich unter 10 mg pro Liter. Erlaubt sind zurzeit laut Grenzwert 50 mg. Durch die Anlegung der Tiefbrunnen haben wir die Problematik der Belastung aber nicht gelöst, sondern nur zeitlich verschoben, so Abteilungsleiter Markus Penning.

Zurzeit kann das Grundwasser im Verbandsgebiet noch mit wenig Aufwand in einem mehrstufigen, naturnahen Verfahren zu Trinkwasser aufbereitet werden. Nach Belüftung zur Eisen- und Manganoxidation in der Rieslerstufe werden in zwei Filterstufen dem Grundwasser Eisen und Mangan entzogen. Da aufgrund der noch sehr hohen Qualität des Grundwassers auf das Entfernen von z.B. Nitrat, Kalk, Planzenschutzmitteln oder Keimen verzichtet werden kann, ist es dem OOWV möglich den Wasserpreis bei günstigen 90 Cent pro m3 halten, so Kay Schönfeld.

Mit vorbeugenden Schutzmaßnahmen versucht der OOWV die Qualität des Grundwassers zu bewahren. Dazu zählt auch der konstruktive Austausch mit Bürgern, Kommunen, Organisationen, Gewerbebetrieben sowie der Landwirtschaft. Neben einer Beratung gibt es auch eine finanzielle Unterstützung der Landwirte bei der Umsetzung von freiwilligen Vereinbarungen im Sinne des Wasserschutzes. Weiterhin kauft oder pachtet der OOWV Nutzflächen, die dann unter strikten Extensivierungsauflagen weiterverpachtet werden. Als dritte Säule des Schutzkonzeptes werden im Rahmen von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen gemeinsam mit den Niedersächsischen Landesforsten etliche Flächen wieder aufgeforstet. „Unsere Programme sind praxisnah und werden deshalb gut angenommen. Gerade die in den letzten Jahren wieder stark angestiegenen Nitratwerte im jungen Grundwasser wollen wir auf diese Weise senken. Die Ergebnisse an Grundwassermessstellen in Gebieten, in denen das Konzept konsequent umgesetzt wird, zeigen: Eine Trendumkehr ist möglich, die Nitratwerte können wieder abnehmen“, so Abteilungsleiter Markus Penning.

Hier besteht aus Sicht der SPD ein akuter Handlungsbedarf, sagt das Dammer Kreistagsmitglied Aloys Schulte und verweist auf das Nitratmonitoring des Landkreises Vechta. An verschiedenen Messstellen im Landkreis wurden durchaus höhere Nitratwerte gemessen. 9 von 46 Messstellen weisen dabei einen Wert über 50mg/l auf (19,6 %).